Gästebuch

  1. sparow sagt:

    Nachdem Behörden und DB AG gejubelt hatten, MV’s “Ost-West-Verbindungen seien erfogreich ausgebaut” (svz vom 30.7.14), erfuhr man nun unter dem Titel “Der Bahnschwindel” von der unzulänglichen Verwirklichung der Strecke Lübeck- Stralsund.

    In der Schweriner Volkszeitung erschien am 30.7.14 ein Artikel mit dem Titel “Erfolgreich ausgebaut”, in dem Behörden und DB AG den “erfolgreichen” Ausbau der Ost-West-Verbindungen im Schienennetz von MV bejubelten. Ganzseitig auf Seite 3 wies die svz aber dann am 20.7.14 unter dem Titel “Der Bahnschwindel” darauf hin, dass von den großen Versprechungen für die Strecke Lübeck – Stralsund nur unzulänglich verwirklich worden sei.

    Noch schlimmer als ganz im Norden steht es allerdings um die beiden anderen Ost-West-Verbindungen des Landes.

    Die West-Ost-Reise Bützow-Neubrandenburg wird in Güstrow für 15 und sogar 25 Minuten mit sinnloser Wartezeit unterbrochen , was mit der Eingleisigkeit nicht mehr zu erklären ist, sondern mit dem mangelnden Willen der Verantwortlichen, eine auch nur einigermaßen attraktive Ost-West-Verbindung anzubieten.

    Auf der Südbahn des Landes nimmt jetzt das Ministerium den völlig unangemessenen, vernachlässigten Schienenzustand absurderweise zum Vorwand, den Bürgern diese Verbindung gleich ganz zu streichen. Die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg GmbH will die durchgehende Bahnlinie zwischen Parchim und Waren durch Busse ersetzen, die noch langsamer sind und schlussendlich fast nur den lokalen Schülerverkehr bedienen.

    An der von Behörden- und Bahnseite ausgelösten
    Abwärtsspirale
    >Vernachlässigung des Schienenzustands >
    > langsame, unattraktive Fahrtzeiten>
    > überproportionale Preiserhöhungen >
    > weniger Fahrgäste
    wird weitergedreht, indem man reiseuntaugliche Fahrpläne abliefert oder den Betrieb kurzerhand völlig einstellt.

    Der Schienenverkehr in der Fläche erscheint den mit Dienstwagen reisenden Entscheidern als Überbleibsel aus alter Zeit und höchstens auf den Strecken erhaltenswert, die für die beiden noch verbliebenen Betreibergesellschaften schöne Gewinne abwerfen (in der Staatskasse landet übrigens davon nichts).

    Für das große Flächenland MV müsste es doch eine selbstverständliche Kernaufgabe sein, seine Landesteile durch attraktive, bezahlbare Züge auf einem Schienennetz zu verbinden, das den Namen “Netz” auch verdient.

    Stattdessen zerstört die Regierung mutwillig die ihr anvertraute vorhandene Infrastruktur durch ein fast ideologisch anmutendes bürokratisches Fehlkonzept und treibt alle Bürger in den Straßenverkehr.

  2. Martina sagt:

    Auf Montag-Demos die es in 100 Städten in Deutschland gibt sind solche Beiträge auch willkommen
    http://www.bundesweite-montagsdemo.com/
    http://www.montagsdemo-saar.de/links.html

  3. sparow sagt:

    Ohne Beispiel in Deutschland :
    Ein Bundesland ohne Schienen”netz” ?

    Ein inhaltlich unbeantwortetes Schreiben vom August 2012 im Archiv des MfEIL

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    An das
    Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung
    Schlossstraße 6-8
    19053 Schwerin

    Bisherige Vernachlässigung der Ost-West-Schienenverkehrsverbindungen in MV

    Beabsichtigte Angebotsreduzierungen

    Sehr geehrter Herr Minister Schlotmann,
    sehr geehrter Herr Dr. Kosmider,

    ganz abgesehen davon, dass die im Jahre 1993 im GG Art. 87e verankerte Förderung des Schienenverkehrs durch Bund und Länder seit Jahren überall missachtet wird (zugunsten einer überproportionalen Förderung von Straßenverkehr und Straßenbaumaßnahmen), ist die Ost-West-Verbindung in Mecklenburg-Vorpommern in unglaublicher Weise unterentwickelt worden. Dies gilt für beide Linien Bützow – Pasewalk und Rehna-Parchim bzw. Hageneow Land – Neustrelitz.

    Dass das Landesverkehrsministerium, die VMVmbH und die DB Netz die Querachsen ihres Schienen”netzes” innerhalb eines Bundeslandes und damit auch die Umsteigemöglichkeiten so vernachlässigen (Geleise, Fahrpäne), wie das große Flächenland MV dies schon seit Jahren tut, dürfte in Deutschland ohne Beispiel sein.

    Wenn jetzt allgemeine Einsparmaßnahmen im Gespräch sind, so ist schon aus infrastrukturellen Gründen eine weitere Reduzierung der Ausschreibungen (Ausdünnungen des Fahrplans oder gar Streichung von Strecken) ausgerechnet bei diesen ohnehin schon vernachlässigten Verkehrsachsen völlig widersinnig.

    Die bestehenden Linien sind jetzt schon dermaßen unattraktiv (Preise, Fahrtdauer), dass Bahnfahrten in Ost-West-Richtung in MV kein konkurrenzfähiges Verkehrsmittel mehr sind.

    1.
    Bützow-Pasewalk ist eine Strecke mit unmöglichem Fahrplan, voller unglaublicher sinnloser Wartezeiten in Güstrow (bis 15 und sogar 29 Minuten !) und Neubrandenburg (bis 9 Minuten), die nicht nur durch die Eingleisigkeit zu erklären sind, sondern auf den mangelnden Willen der Verantwortlichen hinweisen, der Bevölkerung eine auch nur einigermaßen attraktive Ost-West-Verbindung anzubieten.

    2.
    Bei Rehna-Parchim und Hagenow Land-Neubrandenburg führt der offenbar völlig unbrauchbare Schienenzustand zu Bummelfahrten, die ans 19. (!!!) Jh. erinnern, aber für das Leben der Menschen von heute undiskutabel sind. Obwohl die Verbindung wegen ihrer Dauer mit dem Straßenverkehr nicht annähernd konkurrieren kann, werden leider von den dortigen Privatbahnen keine Sonderangebote gemacht, um mehr Leute in die Züge zu bringen. Unter diesem Aspekt muss man sich fragen, wieso der stets so gepriesene Wettbewerb durch die Privatisierung für die Bürger ein Vorteil sein soll.

    Schon diese kurze Aufzählung bestehender Defizite müsste dazu führen, dass die Verantwortlichen sich Gedanken über eine Verbesserung des MV-Schienenverkehrs”netzes” Gedanken machen. Völlig inakzeptabel ist eine weitere Verschlechterung dieses Zustandes oder gar die Streichung der Strecke Lübz-Waren. Dies kann weder von Einheimischen noch Touristen hingenommen werden.

    Es geht nicht an, dass an der von Behörden- und Bahnseite ausgelösten Abwärtsspirale (Vernachlässigung des Schienenzustands > langsame, unattraktive Fahrtzeiten u. unangemessene Preiserhöhungen > weniger Fahrgäste) weitergedreht wird, indem man dann einfach das Angebot noch stärker reduziert oder gar einstellt.

    Vielmehr erwartet der Bürger, dass Sie, sehr geehrter Herr Minister, und Ihr Ministerium sich auf den Grundgesetzauftrag berufen und sich als Anwalt der Bahnkunden stark machen
    1. gegenüber der DB AG, die auf diesen Strecken Trassenentgelte und Stationsgebühren kassiert, die Gewinne aber sonstwo investiert (bzw. intern abschöpft !!!)
    2. gegenüber der allgegenwärtigen Straßenbau- und Autolobby, die für sich immer neue Verkehrslinien verlangt, auch wenn sie sogar verkehrsmäßig fragwürdig erscheinen
    3. gegenüber dem Bund, der den Ländern übrigens bei den letzten Bund-Länder-Verhandlungen zusätzliche Mittel ausgesprochen für den Verkehrsbereich zugesagt hat.

    Ich bitte Sie, alle entsprechenden Kürzungspläne zu verwerfen und zumindest diese neuen Mittel des Bundes nicht nur für den Straßenverkehr zu verwenden, sondern für den Erhalt und die Optimierung der vernachlässigten Flächenbahnen in Mecklenburg-Vorpommern.
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Nach zwei Jahren hat es die Straßen- und Autolobby geschafft :

    Südbahn zerstört ! MV-Schienen”netz” kaputt !
    Schienenebezogene Regionalisierungsmittel für Busverkehr missbraucht !

    • Alles ist mehr als RICHTIG,
      A-B-E-R!
      Unser Problem in MV ist ein vielfaches als gemeinsame Suppe.

      Weniger Einwohner als München
      Bevolkerungsdichte 69 Einwohner pro km²
      –>(Schl-H. 178 Einwohner pro km²
      –> der alte LK Müritz bringt es sogar nur auf 38 Einwohner je km²

      Das vorhandene Schienennetz nur extrem bedingt etwas mit Lebensnähe zu tun. (ein Versorgungszirkel um die jeweiligen vorhandenen u. möglichen Zustiegspunkte erfordern in einem erheblichen Umfang die Zufahrt mit PKWs. Und wer erst einmal in seinem Wagen sitzt, bleibt darin auch sitzen und fährt mit vielleicht wenig mehr Aufwand schon zum gewünschten Ziel.

      Aber das DICKSTE PFUND als Belastung stellt die Bevölkerung dar. Die Bereitschaft nach 25 Jahren Entwöhnung vom ÖPNV auf neue bessere Systeme umzusteigen. (siehe die aus meiner Sicht eher sehr schwachen Zustiegsszahlen an der Station Schwerin-Mitte, eine eher leere StraBa in Schwerin selbst zur Mittagszeit.

      Damit kommt aber auch die Landesregierung mit den Landkreisen ins Spiel:
      Es gibt in Wirklichkeit kein irgendwie erkennbares Konzept für den gesamten ÖPNV (Schiene u. Bus) – Und im Blick auf die Dramtik um die Südbahn wird erkennbar, dass es Landkreisen ganz lieb wäre, sie könnten auch den Busverkehr bis auf das gesetzlich Notwendige (Schulbus) einsparen.

      Als einzige Großtat fällt den beteiligten Gebietskörperschaften nur ein, sich an das grausame Gutachten aus der Scharnweberstraße in Berlin anzuhängen. Ein Blick in diverse Produkte aus diesem Haus ließen schon per se erahnen, dass im Süden Mecklenburg nur Kahlschlag ratsam ist. Schon gar kein schienengebundener Verkehr.

      Die Autolobby gibt es in diesem Fall mE. gar nicht, Die Bürger sind nicht wirklich am ÖPNV interessiert.

      Ich habe vor einem Jahr schon einen Denkvorschlag für den Südwesten Mecklenburgs gemacht, er liegt beim Landkreis LUP allen Abgeordneten vor – Reaktion nahezu Null! – Schiene allein wird es nicht mehr tun!
      http://www.christel-pruessner.de/LK_LUP_Nahverkehr/index.htm

      Angebote einer Privatbahn zwischen Parchim und Malchow?
      Das würde selbst mich als vernarrten ÖPNV-Verfechter nicht zum Bahnhof locken. ich muss doch erst mal zum Zug gelangen. – Selbst an meinem Wortort ist es nicht anders: Direkt an der KBS 100 wohne ich, hier hielt noch NIE ein Zug, mein nächster Bahnhof ist Brahlstorf und wie komme ich hin? Nicht mit dem Linienbus, nur mit dem Taxi (eine Tour 14 Euro – schon bei der Rückfahrt ist es teurer als das MV-Länder-Ticket nach Heringsdorf)

      Auch per PROSCHIENE vermisse ich für MV wirklich neue und bezahlbare Ideen?
      Tschüs
      Christel Prüßner grüßt

  4. Leserbrief Ulf Sommer sagt:

    Nahverkehr je nach Kassenlage – oder warum sich
    der Kampf für den Erhalt der Mecklenburgischen
    Südbahn für jeden Bürger lohnt

    Liebe Leser,
    stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie möchten in Ihrem Lieblingssupermarkt zu einem
    bestimmten Warenwert einkaufen und sind dort also auch gut bekannt.
    Kurz vor erreichen der Zahlkasse bemerken Sie jedoch, dass Ihr Geld für die Entrichtung
    des Obolus in Höhe des Warenwertes für alle von Ihnen gewünschten Dinge nicht reichen
    wird.
    Es ist leider erst Monatsmitte und so schämen Sie sich obendrein, um Ihre bereits jetzt
    schon geleerte Geldbörse. Selbst der eilige Anruf bei einem Freund bringt keine
    Besserung, beim Ertönen Ihrer Stimme hören Sie nur noch ein Klacken und danach das
    wohlbekannte Besetztzeichen. – Dann wird es ruhig.
    Jetzt hilft für Sie nur der Weg nach vorn. Sie lassen die meisten Dinge heimlich wieder in
    den Regalen verschwinden und erklären in den heimischen vier Wänden allein Quark und
    trockenes Brot zum Gesündesten und Besten was die Erde je hervorbrachte. –
    Sie meinen das geht so einfach nicht und würden protestieren? – Oh doch, das geht . –
    Man möge mir bitte diesen nicht ganz ernst gemeinten Vergleich verzeihen, es gibt leider
    schon ein paar Parallelen im aktuellen Verfahren um den Erhalt der Mecklenburgischen
    Südbahn.
    Das Verkehrsministerium des Landes Mecklenburg Vorpommern hatte vor einiger Zeit
    ( ca. Ende das Jahres 2012 ) einige Eisenbahnstrecken, darunter auch die Südbahn, in
    zwei Losen an entsprechende Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Betrieb über viele
    Jahre ausgeschrieben.
    Diese Ausschreibung wurde jedoch plötzlich und für alle Beteiligten unverständlich durch
    den damaligen Verkehrsminister Schlottmann mitten in der Vergabe abgebrochen. Einige
    der zur langfristigen Bestellung vorgesehenen Linien galten plötzlich als zu unrentabel, es
    wäre volkswirtschaftlich unverantwortlich einen Weiterbetrieb auf diesen Linien zu
    ermöglichen. –
    Was war passiert ? – Ganz einfach, das Land hatte sich gründlich in den Mitteln zur
    Finanzierung des ÖPNV ( öffentlicher Personennahverkehr ) verrechnet. Die so oft als
    Begründung angeführte Neuordnung der bundesweiten Mittel für die Bestellung des
    schienengebundenen Nahverkehrs in der Fläche wirkt noch nicht einmal, sie ist in Ihrer
    Höhe noch nicht einmal beschlossen. – Im Gegenteil, einige Bundesländer planen im
    Moment viele neue Schienenverbindungen auch in der Fläche, um u.a. auch beim Bund
    ein stärkeres Wörtchen bei der Verteilung der sogenannten Regionalisierungsgelder
    mitreden zu können.
    Nein meine Damen und Herren, der Grund für die Misere um die Südbahn und deren
    „verschwundenen“ Geldern ist scheinbar im Ministerium im Moment allein und
    hausgemacht zu finden. –
    Also ist doch Schmalhans Küchenmeister beim mecklenburgischen Regionalverkehr dieses
    Jahrhunderts ? –
    Nun das hängt sicher auch vom Geschick des Landes gegenüber dem Bund ab.
    Um einmal eine kleine Bresche für die Schiene zu schlagen – das Land hat es leider
    gründlich unterlassen, festgelegte Standards für den Nahverkehr in der Fläche unseres
    Landes aufzustellen. Es gibt kein offiziell mir bekanntes Minimum, wie oft z.B. die
    Bedienung einer Ortschaft an Wochenenden zu erfolgen hat. Zusätzlich ist die
    Abbestellung eines Schienenweges durch das Land für selbiges wie eine Sparbüchse, da
    keine vorgeschriebenen landeseigenen Omnibuslinien deren Betrieb ersetzen müssen. –
    Nein die Kreise haben auf eigene Kosten in Verhandlungen mit dem Land letztendlich
    früher oder später die volle Verantwortung auch für eigentlich überregionale Verbindungen.
    – Das führt auch zur völlig absurden Zerstückelung des Betriebes, am Beispiel Güstrow –
    Pritzwalk gut erkennbar .
    Ist die Südbahn nun tatsächlich so unrentabel ? – Antwort : es gibt ein durchaus
    ernstzunehmendes Gutachten aus dem Jahr 2000, das genau das Gegenteil hiervon
    behauptet. – Daraufhin hat ja das Land seine ganzen Ausbauplanungen und bereits
    getätigten Ausbauten für die Strecke gestützt. – Es wäre, glauben Sie mir, sonst nicht ein
    Cent in diese Verbindung geflossen.
    Nun gibt es auch in dieser Diskussion durchaus Stimmen, die die Gelder lieber anderweitig
    ausgegeben sehen. Regionale Busunternehmer melden sich gern bei diesen
    Gelegenheiten zu Wort und sehen im Schienenverkehr allein das Übel, ja der Omnibus
    fährt die Menschen direkt vor die Haustür ( Zuerst schon, dann immer weniger ).- Das ist
    natürlich Unfug, denn sie benötigen auch in der Fläche zur Gewährleistung von
    Anschlüssen und für den Fahrkomfort gewisse Durchschnittsgeschwindigkeiten.
    Diese sind bei den einfachen geplanten Omnibuslösungen und der Länge der geplanten
    Ersatzlösung für die Südbahn allgemein deutlich niedriger. Die Nichtgewährung von
    Anschlüssen und ein daraus resultierender niedriger Fahrkomfort durch lange Fahrzeiten
    ( somit niedrige Akzeptanz ) sind die Folge.
    Die für den Betrieb von Eisenbahnen eingesetzten Regionalisierungsmittel des Bundes
    sind stets zweckgebunden. Niemand muss durch den Eisenbahnbetrieb um die Sanierung
    der Kitas oder der Schwimmhalle beängstigt sein ( das Geld kommt nach einem
    Verteilerschlüssel komplett vom Bund und darf anderweitig nicht ausgegeben werden ! ). –
    Der Bus fährt jedoch kreiseigen…, na merken Sie nun etwas ? – Es geht bei der Südbahn
    nicht nur um einen einfachen Schienenweg, der durchaus entbehrlich erscheinen könnte.
    Es geht vielmehr um die Verbesserung unseres ÖPNV in der Fläche, der auch in MV nach
    Mindeststandards verlangt. Seit 1990 sind bis heute ca. 340 km Eisenbahnstrecke im
    Bundesland von Ihrem Reiseverkehr entbunden worden. Sicherlich in einigen Fällen
    durchaus berechtigt, aber viele dieser ehemaligen Eisenbahnregionen sind heute von
    einem attraktiven Regionalverkehr weit entfernt. Integrale Vernetzung etc. sind
    Fremdwörter, Busdienste an Wochenenden sehr selten und die Zerstückelung der Fahrten
    ehemaliger Bahnlinien durch kreiseigene lokale Omnibusdienste mit vielen Umstiegen und
    undurchsichtigen Tarifen fahrgastunfreundlich . Die Eisenbahn hingegen wirkt u.a.
    beschleunigend im System und bietet zudem viele funktionierende Systemschnittstellen.
    Und die Südbahn ? – Bereits heute steht der Abschnitt Malchow – Waren unter
    Vorbehalt, die Schaffung von Bahn / Bus Schnittstellen ist durch fehlende
    Planungssicherheiten unmöglich.
    Die Südbahn ist somit nicht irgendeine unbedeutende Bahnlinie ohne Zukunft, sie ist
    vielmehr eine Frage des Verstandes und intelligenter komplexer Lösungen im Nahverkehr,
    die der Schiene auch in der Fläche eine gesicherte Zukunft verheißen.
    gez. Ulf Sommer

    • gsdriver sagt:

      Die dargestellte Situation sehe ich noch etwas krasser. Es liegt ein wie von mir schon angemerktes für mich völliges Versagen der zuständigen Ministerien vor. Zu dem paart sich hier Lobbyismus mit Regierungstätigkeit, was ich wiederum für mich als Korruption bewerten würde. Die Demokratie wird hier völlig ausgehebelt, der Gruppen- oder Fraktionszwang lässt den Landtagsabgeordneten keine Wahl. Herzlichen Glückwunsch zu soviel Demokratieverständnis. Andersdenkende werden gnadenlos ausgegrenzt oder zurückgepfiffen. Ständig wird propagiert keine Extremisten, egal welcher Fraktion, in der Politik ein Sprachrohr zu geben. Des Bürgers Willen wird nach der gewonnenen Wahl vorsätzlich komplett ignoriert, als kleines Dankeschön an die Wähler. Die kommende Stilllegung ist das beste Beispiel dafür. Es geht nur ums eigene Hemd der regierenden Politiker, die Hose ist schon außen vor. Wir können uns auf die Schienen legen oder andere unsinnige Aktionen starten. Beschlossen ist beschlossen. Die Busunternehmer sitzen doch längst in den Startlöchern. Es kann mir doch niemand erzählen, das vorher nicht die Kapazitäten ausgelotet worden sind. Die Bestellformulare wurden längst ausgefüllt. Was hier noch helfen kann sind rechtliche Gegebenheiten, alles andere scheint mir aussichtslos. So lange Geld im Spiel ist, gibt es keine Demokratie – für mich definitiv nicht mehr.

      • NEIN!
        das Problem ist gesamt MV, die Bürger genauso.
        Ich finde es erschreckend, wie mies selbst die gut angebundenen Orte am Hansa-Express die Züge in Anspruch nehmen! – Andernortes werden Angebotsverbesserungen durch zu bessere Nutzung honoriert!
        c.p.

  5. sparow sagt:

    Für die Fahrt an einem Sonntag im Mai 2014 von Schwerin nach Zarrentin zeigte es sich, dass der Bus in Hagenow (Land oder Stadt) erst etwa 80 Minuten nach Eingang des Zuges abfährt, also etwa um eine Stunde versetzt – ein Offenbarungseid der Fahrplangestalter.

    Die zuständigen Behörden im Ministerium und die mit der Organisation des ÖPNV beauftragte GmbH VMV sind offenbar nicht in der Lage oder nicht Willens , sogar viele Jahre nach Stilllegung der Bahnlinie von Hagenow Land nach Zarrentin eine koordinierte fahrplanmäßige Verbindung von Bahn und Bus zustande zu bringen. Ähnliche Beispiele von unkoordiniertem MV-ÖPNV dürfte es anderswo landauf landab geben.

    Wie soll man einem solchen Ministerium die fachliche Kompetenz abnehmen, funktionierende Schienenverbindungen einzustellen und den betroffenen Menschen Busverbindungen als sogenannten “Schienenersatzverkehr” mit Bussen zu diktieren, die nicht nur weitgehend ungeeignet sind (Behinderte, Fahrradtouristen, Kinderwagen..), sondern auch noch mit völlig unbrauchbaren Fahrplänen Kunden vom ÖPNV abhalten ?

    Eine gezielte Anbindung von Bussen an die Südbahn hätte auch bei der Verbindung vom Seenland um die Hauptstadt Schwerin ins Feriengebiet an der Müritz eigentlich schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit sein müssen.

    Aber bei den für die Infrastruktur und den ÖPNV verantwortlichen Politikern, Behörden und privater GmbH zählen offenbar die Bedürfnisse ihrer Kunden und Wähler weniger als die Gewinnerwartungen für die betroffenen Betreiber. Die höheren Einnahmen auf den ertragreichen “Kernstrecken” fließen übrigens nicht etwa in die Staatskasse, wie fälschlicherweise prominente Äußerungen glauben machen wollen, sondern wandern als Gewinne in die Kassen von DBAG, ODEG und Busunternehmen.

    Um so mehr wäre es Aufgabe der Politiker, gegenüber diesen (sicherlich verständlichen) Wünschen nach zusätzlich profitablen Strecken entschieden als Anwalt der Bürger aufzutreten und in Ausschreibungs- und Vergabeverfahren härter zu verhandeln. Dann blieben auch mehr Mittel für die weniger rentablen durchgehenden Schienenstrecken übrig, die man aus angeblich infrastrukturellen Gründen stilllegen will.

  6. sparow sagt:

    ————————————————————-
    Gruß aus Schwerin
    ————————————————————-

    Sinnlose Zerstörung der Infrastruktur

    Schwerin soll die Bahnverbindung zur Müritz verlieren

    Strecke Parchim – Waren soll stillgelegt werden

    Noch vor einem Jahr galt für Südmecklenburg eine langfristige Regionalplanung mit durchgehender Bahnlinie.

    Die Stilllegung der Südbahn ist der Regierung erst eingefallen, als die Betreiber anderer Strecken höhere Preise verlangten.

    Danach ersann das Ministerium plötzlich neue
    „Leitlinien” für die ländlichen Regionen zu Lasten der dort lebenden Menschen.

    Demonstration am 14.5.15, 11 Uhr vor dem Landtag

    Und dies bringt das „attraktive Bussystem“ als Bahn-Ersatz :

    •Unzumutbare Reisezeitverlängerungen,

    •Keine Fahrradmitnahme mehr

    •Keine Toiletten in Linienbussen

    •Keine Benutzung durch Rollstuhlfahrer

    •Kaum Transport von Kinderwagen

    Stattdessen will die Regierung viel Geld
    in neue entsprechende Busse
    der Bus-Unternehmen stecken.

    Aber für die bestehende funktionierende Eisenbahn ist offenbar plötzlich kein mehr Geld da !

    ————————————————————————————————————————————

    • Man kann es sich auch zu einfach machen!
      zum nur Eisenbahnbahn fahren lassen., ist eine Modellbahnanlage billiger!
      Die Fahrgastzahlen in WISMAR, in BAD KLEINEN, in SHWERIN in HAGENOW-LAND, in HAGENOW-Stadt sind doch zum Weglaufen! – Da fährt doch viel Zug und warum bleiben die Kunden weg?!
      Und da soll es zwischen Parchim und Malchow besser sein, wenn der Zug noch weiter fährt?
      c.p.

  7. Martina sagt:

    hi Leute
    mein Vorschlag wäre die Forderungen zu ergänzen
    – Bahnfahren d.h. Fahrkarten günstiger verkaufen
    – Lkw-Fernverkehr muss auf die Schiene verlagert werden (Umwelt)
    daran dürfen Fernfahrer keinen Schaden haben, sondern sie als Lkw-Nahverkehr-Fahrer bei der Bahn einstellen
    das entlastet die Umwelt und man muss auch nicht mehr so viel bauen auf der Autobahn
    ich hoffe ihr veröffentlicht das VG M

  8. sparow sagt:

    Da hat man in der Schweriner Volkszeitung gelesen, dass auf der mit großem Aufwand erneuerten Strecke Rostock-Berlin täglich nur ein ICE-Zug fahren soll. Da muss man sich doch fragen, was für Fachverstand eigentlich für solche Fehlplanungen hier Regie geführt hat(entweder beim Streckenbau oder in der Fahrplangestaltung). Vor allem aber möchte man wissen, wo die Verantwortlichen für einen solchen Superunfug sitzen : im Bundes-Verkehrsministerium, im Berliner DB-Tower oder gar in der Schweriner Regierung ?

    Gleichgültig, wer für diese bundesweite Lachnummer zeichnet, der neue Herr MV-Verkehrsminister sei daran erinnert, dass der eigentliche oder der angebliche Auslöser für die Schließung der Südbahn doch offenbar die Kostenüberschreitungen bei der Schnellstrecke RO – B waren. Spätestens jetzt müsste doch diesem Politiker dämmern, dass er und alle anderen Gewählten von seinen ministerialen Hardlinern vorgeführt werden. Aus vorgegebenen Gründen, die nur der Staatssekretär und seine Fachleute alle kennen und auf Teufel komm raus durchziehen wollen, muss die für seine Begriffe zu wenig frequentierte Südbahn geschlossen werden. Ständig neue abenteuerliche Begründungen werden seit Monaten unverdrossen nachgereicht. Die schönste Frechheit heißt : “Ihr seid zu wenig, haut doch ab in die Ballungsgebiete! Dort bekommt ihr jetzt einen 7,5-Minuten-Takt.”

    Wer gehofft hatte, der neue Minister würde sich als Politiker auch dafür verantwortlich fühlen, dass in seinem Bundesland die Lebensverhältnisse der Bürger auch unter nur halbwegs vergleichbaren Infrastrukturbedingungen ablaufen, sieht sich leider bisher getäuscht. Herr Pegel und die Regierungsfraktionen im Landtag, die sich der Augen-zu-und durch-Vorgabe der verwaltungsorientierten Regierung verpflichtet fühlen, haben sich wieder gegen eine strukturell benachteiligte Region und für die Zerstörung einer einwandfrei funktionierenden Infrastruktur ausgesprochen. Die durchaus möglichen Klagen gegen diese problematische Entscheidung können sie im Wissen um die finanzielle Schwäche der Südbahnbefürworter locker riskieren.

    Somit wird nicht nur die vorletzte Ost-West-Verbindung des Landes dem angeblichen Sparzwang geopfert, sondern es wird auch die Schienenverbindung zwischen den beiden für das Land touristisch so wichtigen großen Seengebieten Schwerin und Müritz unterbrochen und für Bahn- und Radtouristen aus der MV-Touri-Palette gestrichen.

    Nicht überzogene unnötige Brückenbauten sind nötig, um diese Strecke wirklich attraktiv zu machen, sondern sinnvoll abgestimmte Taktpläne für Zubringerbusse aus den Dörfern an die Südbahnstrecke. Hätten die seit Jahren in dieser Sache untätigen Behörden in der Schweriner Schlossstraße diese eigentlich selbstverständliche und gar nicht so schwere Aufgabe erkannt und sogar ernst genommen, bräuchten sie heute nicht über zu niedrige Benutzerzahlen Krokodilstränen zu vergießen.

    Auch wenn die Volksvertreter sich weiter einlullen lassen von den Regierungs- und Fraktionsspitzen, muss diese Fehlentscheidung zurückgenommen werden.

    Nicht nachlassen, immer wieder :

    “Südbahn muss bleiben !”

  9. Bettina Bensler sagt:

    noch eine Ergänzung zu meinem Schreiben vom 02.04.2014, 12:16 Uhr
    als überregionales Eisenbahnnetz ist nicht nur die Verbindung Neustrelitz – Parchim -Schwerin sondern auch die Verbindung von Parchim nach Ludwigslust dargestellt.
    Die einzige Eisenbahn – Ost – West – Verbindung.
    In Anbetracht der schon Anfang der 90er Jahre stillgelegten Bahnverbindung von Karow nach Sternberg mit Ersatz durch eine Busverbindung hat für die ländliche Region des Altkreises Lübz schon einen herben Einschnitt gebracht. Eine Auswertung der Fahrgastzahlen dieses Schienenersatzverkehrs sollte zeigen, dass eine Busverbindung in keiner Weise einen Ersatz für den Eisenbahnverkehr darstellt. Die Bevölkerung im ländlichen Raum wird immer mehr genötigt, völlig auf den Individualverkehr angewiesen zu sein.

    • purr sagt:

      Keine Amputation der Südbahn!

      Sehr geehrte Bürger aus Mecklenburg, 

      Als gebürtiger Parchimer und ehemaliger Stadtvertreter versuche ich ab und an auf dem Laufenden zu bleiben, was in der Heimat so passiert. Nach Plänen der Landesregierung werden wohl bald noch mehr Leute »auf dem Laufenden« bleiben müssen.

      Auf dieser Seite las ich den Slogan: »Wir sind hier wir sind laut, weil man uns die Südbahn klaut.« Ähnliches sangen wir Studenten vor vier Jahren in Lübeck. Da wollten uns Jost de Jager und Co die Uni platt machen. Ich frag mich da, wie solche Ideen enstehen? Mit diagnostischen Kriterien kann ich mir solche Pläne nicht erklären. Da fehlt mir wohl noch das letzte Jahr des Medizinstudiums, um solcher UNsichtigkeit auf den Grund gehen zu können.

      Am Ende diesen Jahres werde ich in Leipzig und Lübeck mein Studium beenden. Das ist in der Tat erfreulich. Aber das Ende der Südbahn – sehr geehrte Landesregierung – wäre sehr pathologisch. Nächstes Jahr beginnt für mich die Suche nach einer Stelle zur Facharztausbildung, wahrscheinlich werde ich Allgemeinmediziner. Mittlerweile habe ich mich an eine Mobilität ohne Auto gewöhnt. Wenn ich mir einen Ort zum Leben und Arbeiten suche, würde ich gerne in eine Region ziehen, in der meine Mobilität auch ohne ein eigenes Auto funktioniert. Auf dem Weg zu einer Konferenz beispielsweise würde ich meinen Blick lieber durch aktuelle Studien schweifen lassen als auf die Straße. Wenn ich an die Patienten auf dem Land denke, die sich daran gewöhnt haben mit der Bahn zum Arzt zu fahren, dann tun sie mir Leid, wenn die Bahn stehenbleibt.

      Wenn ich an die Landesregierung in MeckPomm denke, habe ich noch Hoffnungen, das der Patient gesundet.
      Mein Therapievorschlag: Wöchentlich mindestens einmal Südbahn fahren und mit den Leuten im Zug ins Gespräch kommen.

      Und Sie werden sehen, alles wird gut. Bei der Lübecker Uni war es so und bei der Südbahn bin ich ebenfalls optimistisch.

      Herzliche Grüße

  10. Bettina Bensler sagt:

    “Denn sie wissen nicht was sie tun”
    Gegenwärtig ist zur Fortschreibung des LREP M-V das 1. Beteiligungsverfahren zum 1. Entwurf des LREP 2015 angelaufen. Entsprechende Unterlagen haben die Ämter zur Verteilung an die Bürgermeister erhalten. Hinweise und Anregungen sollen bis zum 04.07.2014 an das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung MV abgegeben werden.
    Interessant sind dabei u.a. die Betrachtungen unter Punkt 5. Infrastrukturentwicklung und die Darstellung der Bahnlinie zwischen Neustrelitz – Parchim – Schwerin als “überregionales Eisenbahnnetz”.
    Unter Punkt 5.1.2 (3) heißt es dazu: “Der Der Erhalt der Schieneninfrastruktur im Personen- und Güterverkehr soll angestrebt werden. Im Einzelfall sollen auch Verbesserungen geprüft und ggf. vorgenommen werden. Strecken, auf denen der Betrieb dennoch eingestellt wurde oder künftig werden muss, sollen planungsrechtlich gesichert werden.”
    Was soll das denn?

  11. gsdriver sagt:

    Ich frage mich schon länger, welche Interessen die Damen und Herren Landespolitiker eigentlich verfolgen. Die der Bürgerinnen und Bürger Ihres Landes jedenfalls nicht. Herr Schlotmann VM a.D. propagiert jahrelang als Heilsbringer mit immer noch kühneren Vorschlägen die Schiene als Verkehrsträger. Dann plötzlich fällt das VM nach hinten, weil von einem Tag auf den anderen bemerkt wird, das die EU die Mittel kürzt?! War das wirklich nicht länger bekannt – ohne Worte. Der neue VM zieht den Stiefel weiter ohne wenn und aber durch, bloß keine Fehler eingestehen.
    Nahverkehr ist Landessache, man kann hier nicht immer die DB AG als Verursacher allen Übels darstellen. Sicher wurden vor geraumer Zeit nicht zu korrigierende Fehler in der Schieneninfrastruktur gemacht. Den Knotenpunkt Karow als solche aufzulösen, den Güternahverkehr mit Mora C in der Fläche auszurotten, Streckenstillegungen der früheren Hafenabfuhrstrecken von Wismar / Blankenberg und Rostock / Güstrow über Karow sind nur wenige Beispiele. Ich habe als Bahnfreund keine Lust mehr auf Drasinenbähnchen für unser “tolles” Urlaubsland. Dieses bringt bestimmt 2,5 Vollzeitbeschäftigte pro Abschnitt.
    Ich werde das Gefühl nicht los, die Politiker wissen nicht was Sie dem Land, das Ihnen zum Wohle aller anvertraut wurde, antun. Die Landespolitik hat es nicht verstanden, Güterverkehr während der Vollsperrung Berlin – Rostock auf die Linie Pritzwalk – Karow – Güstrow zu bringen. Weil dort wirklich keiner sein Handwerk versteht.
    Und ein so bestelltes Gutachten vorzulegen war nicht anders zu erwarten. Die verbliebene Südachse zu kappen wäre katastrophal. Eine Kompletteinstellung würde über die Jahre die Folge sein. Dann wäre auch Parchim ohne Bahnanschluss. Wo bleibt jetzt der Landkreis? Die drei beschwerdeführenden Bürgermeister tun dem VM nicht weh. Die Politik, auch die Kreispolitik, versagt hier auf ganzer Linie, zum Schaden des Bürgers. Wie war das eigentlich mit dem Amtseid?!
    Es wurden bereits Millionen in diese Strecke verbaut, auch im stillzulegenden Abschnitt. Diese Investition wäre dann Steuergeldverschwendung vom Feinsten. Eine höhere Rentabilität erreicht man nur über Vertaktung und Fahrzeitgewinne und damit höhere Fahrgastzahlen. Dazu muss man aber die Bahnübergänge sichern um die Streckengeschwindigkeit zu erhöhen. Eine Elektrifizierung (Punkt 8) halte ich für unsinnig. Diese Kosten können über die Ersparnis von Diesel niemals eingefahren werden. Zudem müssten neue Triebwagen angeschafft werden, die auch der Steuerzahler finanziert.Die jetzigen modernen Triebwagen sind mit ebend so modernen LKW-Motoren nach gängigen Schadstoffklassen ausgerüstet. Auch dadurch ist der Unterhalt preiswerter. Allein deshalb fährt ein Bus nicht umweltfreundlicher, die Feinstaubbelastung steigt um ein vielfaches auf Grund des Reifenabriebs auf der Straße gegenüber dem Rad-Schiene Prinzip.
    Wenn hier die Lokalpolitik nicht langsam erheblich interveniert, wird es ein Kampf gegen Windmühlen werden, der verloren geht. Protestierende Bürger schrecken in Schwerin niemanden, die haben viel zu sehr mit Lobgesängen auf sich und Ihre Politik zu tun.

    • sparow sagt:

      Die Rolle der DB AG , bzw. ihrer Töchter-AGs müsste doch schon mal ins Gespräch gebracht werden.

      Hat eigentlich jemand schon einmal ausgerechnet, welche Einsparungen für die DB sich durch die Stillegung von Parchime-Waren ergeben ?

      Spielt es in diesem Zusammenhang eigentlich eine Rolle, dass die ODEG der DB AG die länderübergreifende Strecke Wismar-Cottbus erhalten hat ?

      Welche Rolle spielt dabei der hohe Preis für die Strecke Berlin-Rostock? Hat ein unabhängiger Gutachter diese Rechnungen geprüft ?

  12. Luebzer Kunstspeicher sagt:

    Für 2015 bereiten wir ein Projekt mit italienschen Künstlern vor, auch da ist die Erreichbarkeit mit der Bahn sehr wichtig. Und den vielen hier genannten Argumenten kann ich nur zustimmen!
    Der Initiative wünsche ich Erfolg, das ist so nötig! Am 28.2. versuche ich, bei der “Roten Laterne” mit vor Ort zu sein, bisher haben wir es leider noch nicht geschafft, denn in Lübz ist noch Baustelle – ohne Wasser, ohne Heizung.Aber ein dickes Danke allen, die sich da jedes Mal die Ohren abfrieren!

  13. Pommernschnecke sagt:

    Mecklenburg-Vorpommern lobt sich gern als Gesundheitsland und will angeblich
    den sanften Tourismus fördern…
    Ich hatte das Vergnügen viele Jahre meines Lebens mit der Eisenbahn zu fahren, teilweise sogar mit Dampf, die Fenster und Türen ließen sich öffnen.
    Das war Erholung beim Fahren.
    Die Strecke Parchim-Schwerin und zurück mit dem Bus – kein Vergleich.
    Erst stirbt die Kultur dann das Land.
    Meine Verwandtschaft sagte nach der Wende, wir sollten uns daran gewöhnen,
    daß gute Dinge einfach verschwinden. Spätestens in 10 Jahren wären rund um unsere schönen Seen Golfplätze.
    Ich bin sicher, daß wir nicht alle Fehler der alten Bundesländer wiederholen müssen und hoffe, daß bezüglich der “Südbahn” gesunder Menschenverstand siegt.

  14. Rheinlaender sagt:

    Die Verkehrspolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist eine einziges Trauerspiel! Als Leser von Fahrgastzeitschriften ist mir MV oft als schlechtes Beispiel aufgefallen.

    Das Rheinland hat bis vor 30 Jahren eine riesige Stillegungswelle erlebt, wo ganze Landstriche vom Bahnverkehr abgehängt worden sind und deshalb nur diejenigen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, die auf sie angewiesen sind. Die Eifel, der Hunsrück, das Bergische Land und das Sauerland sind Musterbeispiele für verfehlte Verkehrspolitik! Chancen zur Wiederherstellung von Bahnverbindungen sind später von Politikern nicht ergriffen worden, weil sie es als Unfug abgetan haben. Das Ergebnis: Verstopfte Straßen und langsame Überlandbusse. Busverkehr neben der Bahn und fehlende Verbünde haben bei uns auch Bahnstrecken kaputtgemacht.

    Laßt nicht zu, daß bei Euch dasselbe geschieht wie damals bei uns! Wenn das Land sich querstellt, dann könnten die Anliegerkreise die Strecke übernehmen und in Eigenverantwortung betreiben. Im Rheinland hat diesmder Kreis Düren mit der Rurtalbahn gemacht, als die damalige Bundesbahn die Strecke Heimbach – Düren – Jülich stillegen wollte. Die Kreise, Gemeinden und Städte könnten mit dem Land über Gelder verhandeln und auch den Verzicht auf Straßenbauvorhaben anbieten. Wie Sie schon sagen, darf es keinen Busverkehr neben der Bahn geben. Bus und Bahn sollten sich ergänzen und nicht gegenseitig Wettbewerb machen.

    Man sollte nicht nur die Einwohner unmittelbar an der Strecke betrachten, sondern auch überörtliche Netzzusammenhänge. Mithilfe von Flügelungen könnte man ansprechende Durchbindungen nach Schwerin, Neustrelitz, Ludwigslust und Neubrandenburg anbieten. Bei Ertüchrigung wäre die Strecke auch als Ausweichstrecke zwischen Berlin und Hamburg geeignet. In Untersuchungen wäre auch eine Wiederinbetriebnahme des Abschnitts Meyenburg – Karow mit einzubeziehen mit Flügelung in Karow. Dann hätte Plau am See auch wieder Bahnanschluß mit umsteigefreier Verbindung nach Schwerin, Neustrelitz, Neubrandenburg, Ludwigslust und Neustadt an der Dosse. Auf längere Sicht wäre an den Wiederaufbau einer Bahnverbindung Richtung Rostock zu denken. Kurzfristig könnte ein Schnellbus nach Richtung Rostock der Mecklenburger Südbahn weitere Fahrgäste zuführen. Alle Fahrten sollten die gesamte Strecke bedienen.

    Maat et joot on kerwt för Ühre Ieserbahn!

  15. sparow sagt:

    Sind Bahnfahrer Bürger zweiter Ordnung ?

    Warum werden eigentlich mit der Begründung “zu geringe Auslastung” nicht auch ganze Straßenabschnitte stundenweise gesperrt oder gleich ganz dichtgemacht ?

    Eine solche Vorstellung ist absurd für jedermann und natürlich auch für ein Ministerium, das offenbar unter Verkehr und Infrastruktur nur Autoverkehr und Straßenbau versteht. Hanebüchene Begründungen wie für die aktuelle Zerschneidung des MV-Streckennetzes ließen sich für die Sperrung einzelner Straßenabschnitte ebenso finden : mal zu geringe Auslastung, mal zu hohe Kosten für Straßenschäden, mal fehlende Bundesmittel.

    Aber keine einzige Straße wird deshalb geschlossen oder ihr Benützungszeitraum eingeschränkt. Das will ja auch niemand,

    …. aber mit den mecklenburgischen Eisenbahnlinien können es unsere mit Autodenke vollgestopften Politikerköpfe ja machen !

    Pendler, Schüler, Senioren, Fernreisende, Touristen und all diejenigen, die aus ökologischen Gründen auf Autofahrten verzichten wollen, werden durch die Anti-Bahn-Politik des Verkehrsministeriums zu einschneidenden Veränderungen in ihrem täglichen Leben gezwungen:
    Zugverbindungen werden gestrichen
    – Fahrpläne werden ständig ausgedünnt,
    – Langsamfahrten führen zu Verspätungen wegen früher unterlassener Investitionen
    – fahrplanmäßige Wartezeiten entstehen, weil Ausweichstellengen abgebaut wurden
    – und nun soll sogar die Südbahn Hagenow – Neustrelitz durchschnitten werden mit der Begründung : “zu geringe Auslastung”.

    Der Hauptgrund für die “geringe Auslastung” der Strecke sind jedoch die ungerechtfertigten, seit Jahren überproportional erhöhten Preise im Schienenverkehr und die bisher unterbliebenen Investitionen in eine der beiden West-Ost-Verbindungen im Bundesland und in den Schienenverkehr überhaupt.

    • admin sagt:

      Sie weisen dem Verkehrsministerium die Verantwortung für die verfehlte Infrastrukturpolitik zu, in Wirklichkeit ist es die Landesregierung und der Ministerpräsident Sellering selbst, der diese Politik zu verantworten hat. Wer gibt in einer Landesregierung die Leitlinien der Politik aus und wer ist letztendlich für die Arbeit der Ministerien verantwortlich, das ist allein der Ministerpräsident Erwin Sellering !!!

      • sparow sagt:

        Immer weiter protestieren

        Ganz klar, der Ministerpräsident trägt die Verantwortung, da kann er sich nicht herausstehlen, jetzt erst recht nach dem Wechsel. Alle Proteste richten sich gegen den Regierungschef, der die Ost-West-Verbindung von seiner Hauptstadt nach dem Osten gerade mal eben so beiläufig kappt zur Freude der Busunternehmer und der Streckenbetreiberin DB Netz, die dann einige km Schienen weniger zu unterhalten hat (aber das hat sie ja bisher eben auch richtig getan). Die Rolle der DB AG in dieser Sache wäre auch noch zu hinterfragen : Wie kommen die Mehrkosten für Rostock-Berlin zustande ? Wer kam auf die Idee, dafür die Südbahn zu zerstören ? Wie sind die Zahlen für den Unterhalt und die notwendigen Verbesserungen der Strecke zu erklären ?

        Nach dieser zweiten Demo in Schwerin ist es ganz wichtig, dass der Protest ständig weitergeht und nicht dem Gefühl weicht : “Wir können doch nichts tun”.

        Das wäre falsch, und man muss den entscheidenden, nur Auto fahrenden Politikern und Spitzenbeamten klarmachen, dass sie eine Fehlentscheidung treffen, wenn sie die vorhandene Bahninfrastruktur zerstören, ganze Landstriche abschreiben und viele Menschen ins Auto treiben. Oder ist das gar gewollt ?

  16. sparow sagt:

    Der Hauptgrund für die “geringe Auslastung” der Strecke sind die ständigen ungerechtfertigten überproportionalen Preiserhöhungen im Schienenverkehr, denen immer geringere erbrachte Leistungen gegenüberstehen. Nachweislich haben sich die Preise von DBAG und Privaten mit Billigung der Politik weit über die Inflationsrate hinaus bewegt, während im Gegenzug ein ständiger Leistungsabbau hingenommen werden muss.

    Die von der DB Netz geforderten und von der Politik akzeptierten Trassengebühren und Stationsentgelte treiben die Preise in weit überzogene Höhen, obwohl besonders auf dieser Strecke keine entsprechenden Investitionen erkennbar sind, die solche Fahrpreise rechtfertigten.

    Die Gewinne der DB.Netz aus dem vom Steuerzahler übernommenen Schienennetz werden bekanntlich nicht wieder ins Netz und schon gar nicht auf der Südbahn Mecklenburgs wiederinvestiert, sondern fließen unkontrolliert firmenintern über den Mutterkonzern in globale Konzernaktivitäten. Wir Fahrgäste finanzieren mit Zustimmung der deutschen Regierungen den bundeseigenen Global Player DB AG für seine weltweiten Aufkäufe in aller Welt.

    Unglaublicherweise haben die Verkehrspolitiker in Bund und Ländern nichts anderes zu tun, als ihre ihre Mittel für den Bahnverkehr noch unter die Inflationsrate zu senken. Was für eine rücksichtslose Verachtung der Bahnkunden, die doppelt ausgenommen werden !

    Für die meisten Fahrgäste ist diese langsame Beförderung auch unter Kosten/Nutzen-Aspekt unbezahlbar.

    Vor allem deshalb sind unsere Züge immer leerer, Herr Schlotmann! Mit Ihren landesweiten Streichungen und Ausdünnungen bei der Eisenbahn verschlechtern Sie jetzt das Preis/Leistungs-Verhältnis fürs Bahnticket noch weiter. Fernreisende, Pendler, Touristen und all diejenigen, die aus ökologischen Gründen aufs Autofahren verzichten wollen, werden durch die Anti-Bahn-Politik Ihres Ministeriums noch einmal geschröpft.

    Warum werden eigentlich nicht mit der Begründung “geringe Auslastung” auch ganze Straßenabschnitte stundenweise gesperrt oder gleich ganz dichtgemacht ? Eine solche Vorstellung ist absurd für jedermann und besonders für ein Ministerium, das offenbar unter Verkehr und Infrastruktur nur Autoverkehr und Straßenbau versteht. Hanebüchene Begründungen ließen sich jedoch für einzelne Straßensperrungen ebenso finden wie für die langsame Zerstörung des MV-Streckennetzes: mal zu geringe Auslastung, mal zu hohe Kosten für Straßenschäden, mal fehlende Bundesmittel. Keine einzige Straße wird deshalb geschlossen oder ihr Benützungszeitraum eingeschränkt. Das will ja auch niemand, aber mit den mecklenburgischen Eisenbahnlinien können es unsere Verkehrspolitiker ja machen.

    Wie wäre es denn mit folgender Überlegung ? Wenn der Bund immer weniger überweist, dann muss eben das Land selbst etwas tun für das noch vorhandene Streckennetz seiner Bürger. Die Ost-West-Verbindungen im Land sind durch Langsamfahrten und fahrplanmäßige Viertelstundenhalte (Güstrow !) weder für Fernreisende noch für Touristen noch für Einheimische attraktiv. Und nun soll die Südbahn sogar bei Lübz durchschnitten werden.

    Das Denken in den Amtsstuben der für Straße und Schiene verantwortlichen Regierung darf sich nicht nur an Straßenbau orientieren, sondern muss auch die Interessen derer wahrnehmen, die aus welchen Gründen auch immer mit der Bahn fahren.

  17. reikl sagt:

    Bitte vergessen Sie nicht, daß auf der Bahnstrecke im Zuge des aktuellen Ausbaus bereits Bahnhöfe weggefallen sind. Unter anderem Kargow und Klockow. Die Bahnhöfe hatten nicht nur für diese beiden Orte, sondern auch weitere (Bocksee, Bornhof, Groß-, Klein-Dratow, Wendorf, Ankershagen) eine wichtige verbindende Funktion, um Schulen und Arbeitsplätze in Neustrelitz und Berlin zu erreichen.

    Das Problem ist mit dem Zubringerbus nicht gelöst.

    Als Fernpendler (Bocksee-Leipzig, da MV keinen adäquaten Arbeitsplatz mehr bieten kann) bin ich davon besonders betroffen. Die neuen ICE Verbindungen sind absolut unbrauchbar (zu spät, bzw. zu früh). Ich fahre deshalb bevorzugt Regionalbahn (z.T. auch weiter nach Leipzig), die im übrigen nicht nur preiswerter, sondern zumeist auch pünktlicher ist.

    Die Verkehrspolitik von Herrn Minister Schlotmann ist eine Katastrophe und ein Zeugnis von hoher Inkompetenz. Die vorgelegten Kostenrechnungen und Variantenvergleiche sind einfach nur Einfallslos. Es geht deutlich billiger und unkompliziert (Dazu gab es in Klockow Vorschläge), aber man muß auch wollen.

    Die Forderung muß also nicht nur lauten, die Strecke zu erhalten, sondern auch weggefallene Stationen über Bedarfshalte (gängige Praxis in Brandenburg) wieder an das Netz zu bringen.

  18. Christel Prüßner sagt:

    Es kann schon längst nicht mehr und einzlne Streckenabschnitte der Schiene gehen. Das Drama in MV stellt sich als GesamtBild dar. Das beginnt bei der absolut verspätungsafälligen Strecke Rostock – Hamburg, geht weiter bei den nicht-an-die-Schiene angeschlossenen Buslinien und hört noch nicht einmal auf bei einer viel zu kundenunfreundlichen Fahrplanung. – O-Ton eines Landrates in einem Schreiben: Wir sind nicht zuständig für individuellen Fahrplan…
    Es geht längst um eine Vermeidung von ÖPNV (und damit auch als Folge beim Fernverkehr!)
    Eine Strecke retten reicht längst nicht mehr, sondern das Verkehrsministerium muss endlich auf den Topf gesetzt werden!
    Eine sehr bedenkliche Rolle spielt übrigens nach meiner Einschätzung das in MV sehr gerne aktivierte Beratungsinstitut “PLANUNGSBÜRO FÜR VERKEHR – Bornkessel, Brohm & Markgraf – Scharnweberstraße 56 – D–10247 Berlin”. Deren Papiere laufen seltsamerweise immer wieder auf die selben Ergebnisse hinaus – nach meiner Wahrnehmung nicht nur in MV. Dort werden Großstadt-Szenarien bevorzugt – im flachen Land kennen die Berliner nur “Abwanderung”.

  19. Clemens Russel sagt:

    Leserbrief: 24.Juni 2013

    Bahnstrecke Hagenow-Neustrelitz – ProSchiene Hagenow-Neustrelitz

    Die Informationen zu den Plänen für eine Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Hagenow und Neustrelitz verunsichern und verärgern.Mein Wohnsitz ist Benzin bei Lübz, ich bin aus beruflichen Gründen Vielfahrer der Bahn und erreiche bisher die Anschlüsse nach Schwerin, Hamburg, Berlin und Rostock über das hervorragende Angebot der Ostdeutschen Eisenbahn Gesellschaft. (ODEG). Besonders freue ich mich über gut ausgelastete Fahrten mit Fahrrädern, Rollstühlen, Kinderwagen, Touristen, Schülern und so weiter. Diese gibt es und sie werden auch perfekt bewältigt.

    Dank meiner vielen Reiseerfahrungen kann ich das Angebot der Bahn aus verschiedenen Gründen als beispielhaft bezeichnen:
    ■ Die Züge sind pünktlich, sauber und bequem.

    ■ Das Personal ist professionell und freundlich.

    ■ Die Zugänglichkeit an modernisierten Bahnhöfen für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen, Fahrrädern und Freizeitausrüstungen (Kanus) entspricht höchstem europäischem Standard.

    ■ Der Fahrradtourismus verzeichnet zweistellige Wachstumsraten, viele Fahrradfahrer nutzen für die Überwindung von Streckenabschnitten die Bahn und rühmen Einstiegsmöglichkeiten und intelligentes Platzangebot.

    ■ Erfreulich ist auch, dass immer mehr Menschen mit Behinderungen mit ihrem Rollstuhl die Bahn nutzen. Die Angebote erfüllen auch hier bereits die in der UN Behindertenrechtskonvention geforderte inklusive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

    ■ Schülerinnnen und Schüler der Berufsschulen nutzen morgens intensiv die Bahn, ebenso wie Handwerker.

    Die Debatte um Streichungen und Reduzierungen muss beendet werden.

    Keiner ist gegen eine noch bessere Nutzung der vorhandenen Angebote.

    Hierzu einige Stichworte:
    ■ Die Werbung für das Angebot der Bahn in der Region muss besser, einfallsreicher und präsenter werden. Man hat den Eindruck, die ODEG traut sich das nicht zu.

    ■ Die Vorteile von Bahnfahrten sollten den Menschen durch attraktive Angebote vermittelt werden.

    ■ Die Preise für die Bahnfahrten sind eindeutig zu hoch.

    ■ Die Einstellung vieler Bürger zu den Angeboten des öffentlichen Personennahverkehrs kann durch selbst erlebte gute Erfahrungen verbessert werden.

    ■ Integrative Verkehrskonzepten im Landkreis zwischen der Bahn, Reisediensten, Taxiunternehmen, Fahrdienste für Menschen mit Behinderungen sollten erarbeitet und umgesetzt werden. Im Moment werden drei Busunternehmen fusioniert. Geschieht dies unter Einbeziehung der Bahn?

    ■ Busbahnhöfe liegen zum Teil mehrere Kilometer entfernt vom Bahnhof.

    ■ Viele der nicht renovierten Bahnhöfe werden durch Modernisierungen und Umbauten attraktiver.

    ■ Die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer, Fahrräder und Kinderwagen sollte an allen Bahnhöfen ähnlich komfortabel sein wie in Parchim und Lübz.

    Wir brauchen einen neuen Akzent in der Diskussion. Der Blick auf die Istzahlen in der betriebswirtschaftlichen Einschätzung zum Angebot Hagenow – Neustrelitz greift zu kurz. Die Menschen, Bewohner des Landkreises, Touristen und Besucher schätzen das Angebot. Besonders in strukturschwachen Regionen ist Abbau oder Stilllegung Teil eines Teufelskreises, der andere Stilllegungen und nachlassende Dynamiken produziert. Die Kreisstadt Parchim schwächelt im Moment und braucht Stärkung, aber auf keinen Fall Streckenstillegungen.

    Eine Einschränkung oder gar Streichung hätte für viele sehr negative Konsequenzen, die die Betroffenen in ihrer Berufstätigkeit oder Ausbildung massiv einschränken würden.

    Die Bahnlinie Hagenow – Neustrelitz darf nicht geschlossen werden. Die Alternative Bus bietet bei weitem nicht den Standard und Qualität in der Beförderung, den wir und die Gäste unserer Region gewohnt sind.

    Es wäre ökologisch auf Dauer ein Anachronismus, das moderne Angebot zur Mobilität mit geringem Flächenbedarf und guten CO² Bilanzen im ländlichen Raum – in das bisher auch erhebliche Mittel investiert wurden – aufzugeben. Der Individualverkehr hat eindeutig seine Grenzen erreicht, nicht nur wegen der hohen Benzinpreise. Der Staatskonzern Deutsche Bundesbahn fährt im Jahr 2012 einen Überschuss von 1,3 Milliarden ein und bei uns gehen Entscheidungsträger vor sogenannten Sachzwängen in die Knie!

    Der Landkreis braucht integrierte Verkehrskonzepte mit Schwerpunkt Bahn. Es gibt hierzu in Deutschland und im Europäischen Ausland hinreichend Good Practice Beispiele. Die ODEG sollte für die Strecke offensiver und einfallsreicher werben, denn hier geht es schließlich auch um ihre Arbeitsplätze.

    Also ran an die Arbeit !

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