Aktuelles Oktober 2014

 Minister Pegel in der SVZ mit Contra der BI

Pressemitteilung 28.10.2014

Unternehmen entlang der Südbahn melden sich zu Wort: Sorge um Standortnachteile durch Abkopplung vom Bahnverkehr

  • ·         30 namhafte Unterzeichner, darunter Lübzer Brauerei, Isover,  DAU Bauunternehmen, MediClin Krankenhaus und Falk Seehotels
  • ·         Landesregierung soll Pläne zur Schließung der Südbahn zwischen Parchim und Malchow zurücknehmen

Lübz, 28. Oktober 2014. In einem offenen Brief fordern 30 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Lübz und Plau am See die Mecklenburgische Landesregierung auf, ihre Pläne zur Schließung der Südbahn zwischen Parchim und Malchow zurückzunehmen. Zu den Unterzeichnern zählen u.a. so namhafte Unternehmen wie die Lübzer Brauerei, der Dämmstoffhersteller Isover und die Bau-Unternehmensgruppe DAU aus Lübz sowie das MediClin Krankenhaus und die Falk Seehotels aus Plau.

Aus Sicht der Unternehmen ist die Teilschließung der Südbahn ein herber Rückschlag für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Region. So heißt es in dem Aufruf: „Es geht um die Potenziale unserer Region. Die Entscheidung der Landesregierung zur Zerschlagung der Südbahn setzt hier eindeutig ein falsches Zeichen, auch psychologisch. Keiner lebt, arbeitet und engagiert sich gerne in einer Region, die von offizieller Seite in Sachen ÖPNV abgeschrieben wird. Schon jetzt sind Effizienzverluste durch ein lückenhaftes ÖPNV System, insbesondere durch die fehlende Abstimmung zwischen Bahn und Bus ein Ärgernis für unsere Unternehmen.“

„Wegen der schlechten ÖPNV-Anbindung kommen weniger Gäste nach Plau am See,“ bestätigt Birgit Falk, Inhaberin der Falk Seehotels GmbH, „wir können aber gut und gern noch mehr Übernachtungen verkraften. Potenzial steckt insbesondere in der ganzjährigen Auslastung durch Tagungsgäste, für die eine Anreise mit der Bahn häufig Bedingung ist.“ Gerade weil sich der Tourismus in Plau am See mit bereits 450.000 Übernachtungen pro Jahr positiv entwickele, erwarten die Hoteliers und Touristiker das richtige Signal von der Landesregierung: Plau gehört an die Bahn und nicht noch weiter abgekoppelt.

Auch Wilfried Horn, Geschäftsführer der Mecklenburgischen Brauerei Lübz, befürchtet einen Standortnachteil für die Unternehmen: „Unternehmen schauen bei Standortentscheidungen auf funktionierende Bahnanschlüsse mit abgestimmten Umsteigemöglichkeiten in den Busverkehr. Viele Unternehmen in Lübz und der Region sind auf Fachkräfte und Auszubildende angewiesen, die kein Auto haben oder bewusst darauf verzichten.“

Das von der Landesregierung favorisierte Busersatzkonzept ist aus Sicht der Unternehmen keine Alternative zur Südbahn. Während die Züge von Parchim nach Malchow derzeit 55 Minuten benötigen, soll die Busverbindung doppelt so lange benötigen. Hinzu kommt, dass Qualitätsstandards – wie Fahrradmitnahme, Toiletten, Benutzung durch Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen – wegfallen oder deutlich eingeschränkt werden.

Die Unternehmen entlang der Südbahn schaffen Arbeitsplätze und leisten  einen wichtigen Beitrag für Wohlstand in unseren Landkreisen, heißt es in dem Aufruf. Und weiter: Wir erwarten, dass auch nach dem 15. Dezember 2014 die Züge der Südbahn fahren.

Unternehmen, die den Aufruf unterstützen möchten, können sich wenden an:
Clemens Russel, Tel.: 0172 177 49 71, Mail: russell@xit-online.de

 

Presserückfragen:

Clemens Russell, Tel.: 0172 177 49 71

Sprecher in Lübz / Bürgerinitiative Pro Schiene Hagenow-Neustrelitz

 

NDR Meldung: NDR 1 Radio MV. | 25.10.2014 13:49

Behinderte protestieren gegen Bahn-Pläne

Der Behindertenverband hat mit einer Sternfahrt gegen die Verschlechterung des Zugangebotes in Mecklenburg-Vorpommern protestiert. Dazu reisten rund 30 Behinderte aus dem ganzen Land mit der Bahn nach Alt-Schwerin. Nach Plänen der Landesregierung soll von dieser Station ab dem Fahrplanwechsel im Dezember kein Zug mehr fahren. Die Südbahn soll zwischen Malchow und Parchim nicht mehr betrieben werden. Dies führe dazu, dass eine weitere Region für mobilitätseingeschränkte Bürger nicht mehr erreichbar sei, sagte ein Sprecher des Behindertenverbandes.

 

 

24.10.2014  Schreiben an Ministerpräsident Erwin Sellering

 „FÜR SELBSTBESTIMMUNG UND WÜRDE“

Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland e.V. – Friedrichstr. 95 – 10117 Berlin – Tel: 030-27593429 – Fax: 030-27593430

Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Ministerpräsident Herr Erwin Sellering

Schloßstraße 2-4
D-19053 Schwerin

 

Erhalt der Südbahn in Mecklenburg-Vorpommern

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Erwin Sellering,

mit großer Enttäuschung und zunehmender Ablehnung verfolgen Mitglieder und Vorstände des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland „Für Selbstbe- stimmung und Würde“ e.V. seit längerem die verkehrspolitischen Weichenstellungen Ihrer Landesregierung.

Die aktuell zum Jahresende anstehende Einstellung des Teilstückes der Südbahn zwischenParchim und Malchow ist dabei in doppelter Hinsicht unvertretbar. Einerseits wird erneut ein umweltfreundliches, öffentliches und weitestgehend barrierefreies Nahverkehrsangebot zerschlagen. Zusätzlich werden drei Bahnhöfe auf diesem Teilstück, die höchsten Anforderungen an Barrierefreiheit gerecht werden, einfach ersatzlos stillgelegt. Davon sind Reisende mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen besonders betroffen. Darin sehen wir einen eklatanten Verstoß gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Diese fordert, entgegen Ihren Entscheidungen, eine Landespolitik für barrierefreie und umweltschonende Verkehrslösungen.

Durch den massiven Einsatz veralteter Triebwagen VT 628 und durch weiteren Personalabbau im Jahr 2014 sind einige Regionen in MV für stark mobilitätsein– geschränkte Bürger/innen schon jetzt nicht mehr erreichbar. Nach dem Fahrplan- wechsel im Dez. d.J. und der geplanten Streckenstillegung gehört dann auch das südliche Mecklenburg dazu.

Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass die Landesregierung ihre eigenen Vorgaben vom August 2013 aus dem „Maßnahmeplan der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ im Bereich Verkehr einschränkt oder nicht umsetzt.

So kann Mecklenburg-Vorpommern den Weg in eine inklusive Gesellschaft nicht schaffen!

Gegen Abbau, Ausdünnung und Stilllegung des ÖPNV in Mecklenburg-Vorpommern protestieren wir im Namen unserer Verbandsmitglieder nachdrücklich.

Wir fordern Sie auf, die Streckenstillegung an der Süd-Bahn zurückzunehmen und endlich in einen konstruktiven demokratischen Dialog mit dem breiten Bündnis von Bürgern, Initiativen und Unternehmen sowie den kommunalen Gebietskörperschaften zu treten, deren Vorschläge aufzugreifen und die Süd-Bahn zu einem attraktiven Verkehrsangebot auszubauen.

Der Allgemeine Behindertenverband in Mecklenburg-Vorpommern e.V. organisiert zur Bekräftigung dieser Forderungen am kommenden Samstag, den 25. Oktober 2014 eine Sternfahrt mit der Süd-Bahn, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Zerschlagung dieser Bahnlinie doch noch zu stoppen.

Im Zusammenhang mit der Aktion nehmen wir die UN-Behindertenrechtskonvention in den Blick und werden prüfen, wie die Themen „Zugänglichkeit“ aus Artikel 9 in Verbindung mit Artikel 20 „Persönliche Mobilität“ im Land Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich ausgestaltet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.Ilja Seifert                                                                                  Sonja Kemnitz

Vorsitzender des ABiD e.V.                                                          Geschäftsführerin

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